Frühe Traumatisierungen und deren Auswirkungen

Neurophysiologische Entwicklung

Durch wissenschaftliche Forschungen ist bekannt, dass Neugeborene in der Lage sind Sprache zu verstehen und zuzuhören. Sie können Gefühle empfinden und zeigen und auf ihre Art kommunizieren um Beziehung herzustellen. Die Haut als Basis des Sich-selbst-spürens ist dabei wichtiges Kontaktorgan. Mit der Haut können Babys angenehme von unangenehmen Berührungen unterscheiden. Neugeborene haben außerdem ein vorgeburtliches Gedächtnis, in Form von prozeduralen Erinnerungen und ein Selbst-Bewusstsein.

 

Schwangerschaft, Geburt und ersten Babyzeit

In der Schwangerschaft, Geburt und ersten Babyzeit werden die Weichen über unsere gesamte Lebensweise und -einstellung gelegt. Emotional gefestigte Bezugspersonen bedeuten einen großen Schutzfaktor (Resilienz) für das Baby gegenüber späteren Stressoren. Es macht einen fundamentalen Unterschied, ob es den Eltern mental und seelisch gut geht oder nicht, ob sie stabil und sicher leben und ob das Baby gewünscht war oder nicht.

Bis ins vierte Lebensjahr vollziehen sich wichtige Entwicklungen im Gehirn. Bis dahin reagiert es besonders vulnerabel und Traumatisierungen wirken besonders heftig. Die gesamte Gehirnentwicklung ist erst mit der Pubertät abgeschlossen, aber bis ins hohe Alter bleibt das Gehirn in der Lage neue Nervenzellen zu bilden und zu lernen. Diese Adaption gelingt einem gesunden Gehirn besser als einem traumatisierten.

 

Was sind frühe Traumatisisierungen und deren Auswirkungen?

 

Pränatale Traumata

·         Stress der Mutter

·         psychische Belastung

·         Ablehnung durch Mutter

·         Abtreibungsversuch

·         Zwillingstod

·         Drogenmissbrauch

·         Umwelteinflüsse

Perinatale Traumata

·         Geburt als Herausforderung

·         Nahtoderlebnis

·         Oxytocin nach Kaiserschnitt erst mit Beginn des Stillens

·         kein Bonding nach der Geburt

 

Postnatale Traumata

·         körperliche/emotionale Vernachlässigung

·         sexuelle Gewalt

·         Krankenhausaufenthalte

·         körperliche Erkrankungen

 

 

Wissenschaftliche Untersuchungen

Eine aktuelle Studie hat untersucht, ob belastende Kindheitserlebnisse Auswirkungen auf die psychosoziale Gesundheit von Erwachsenen haben. Besonders bemerkenswert ist hierbei, dass „Probleme im Elternhaus“ ähnliche Auswirkungen haben wie „Kindesmisshandlung“. In den Bereichen Depressivität, Ängstlichkeit, körperliche Aggressivität und eingeschränkte Lebenszufriedenheit waren die Ausschläge ähnlich hoch.

Das zeigt einmal mehr, dass der alltägliche Umgang in der Familie von der Schwangerschaft an allergrößten Einfluss auf die psychische Gesundheit und Lebenszufriedenheit im Erwachsenenalter eines Menschen hat und psychische Probleme bei Weitem nicht nur „offensichtlich“ traumatisierenden Ereignissen zuzuschreiben sind.

 

Wie unterstütze ich Sie mit meiner Arbeit?

Ich unterstütze Sie individuell und als Familie auf ressourcen- und körperorientierter Ebene. Sie lernen den praktischen bedürfnis- & bindungsbasierten Umgang mit ihren Kindern und auch, ihre eigenen Grenzen zu erkennen und liebevoll durchzusetzen. Außerdem lernen Sie Ihre eigenen Ressourcen kennen um ihre Resilienz zu stärken. Wenn nötig gelingt eine Überleitung in die Traumatherapie, wenn Sie selbst belastende Kindheitserfahrungen mit sich tragen, die Sie nicht verarbeitet haben und somit transgenerational weitergeben würden.

In meiner Arbeit gibt es weder „Schuld“ noch ein „falsch“, es geht um Wertschätzung und Einfühlung, Resilienz und Selbstvertrauen um eine sichere familiäre Basis zu schaffen.