Was ist das Safe and Sound Protocol?

Das Safe and Sound Protocol wird ab Herbst 2020 bei uns im Institut für bindungsbasierte Traumatherapie angeboten!

 

Das „Safe and Sound Protocol“ (SSP) ist eine therapeutische Intervention für Kinder und Erwachsene, die auf der Polyvagaltheorie von Dr. Stephen Porges basiert. Diese ist über Jahrzehnte hinweg gut wissenschaftlich untersucht und als wirksam bestätigt worden.

 

Die Anwendung kann u.a. bei folgenden Symptomen sinnvoll sein:

Unsere Gesichtsmuskulatur, Gehör, Geschmacksempfinden u.v.m. wird durch den X. Hirnnerv, den Vagusnerv (Polyvagaltheorie), enerviert. Wenn dieser nicht vollständig arbeitet, können verschiedene Symptome auftreten, die immer unsere Fähigkeit, mit anderen Menschen zu interagieren, beeinträchtigt.

  • Schwierigkeiten in der Selbstregulation (z. B. Überaufmerksamkeit, Ängstlichkeit, Ablenkbarkeit, Impulsivität, soziale Verhaltensauffälligkeiten, emotionale Abgestumpftheit)
  • Hochsensibilität“ bzw. Hypervigilanz (v.a. Geräuschempfindlichkeiten)
  • nicht zur Ruhe kommen
  • unkonzentriert sein
  • Blickkontakt nicht halten können
  • „flacher“ Gesichtsausdruck
  • verbale Aufforderungen nicht verstehen
  • Sprachentwicklungsstörungen
  • Traumafolgestörungen

 

Wie läuft die Anwendung ab?

Das „Safe and Sound Protocol“ ist ein fünftägiges therapeutisches Trainingsprogramm, das jedoch individuell angepasst und von mir begleitet wird. An fünf aufeinander folgenden Tagen wird jeweils 60 Minuten über Kopfhörer prosodische Vokalmusik (bekannte Lieder) gehört, die speziell bearbeitet wurde, um die Mittelohrmuskeln zu trainieren.

 

Wie funktioniert das SSP?

Nehmen Sie einmal an, Sie sitzen in einem belebten Restaurant. Können Sie die Stimme Ihres Gegenübers gut herausfiltern oder hören Sie die Hintergrundgeräusche besser?

Die Mittelohrmuskeln sind die kleinsten Muskeln im Körper. Sie können die Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss, Steigbügel) so ausrichten, dass insbesondere die Frequenzbereiche weitergeleitet werden, die für das Hören der menschlichen Sprache notwendig sind. Dies geschieht, indem Trommelfellspannmuskel und Steigbügelmuskeln durch Kontraktion dafür sorgen, dass laute Geräusche und Frequenzen störender Geräusche gedämpft werden, bevor sie aus dem Mittelohr ans Innenohr und weiter über den Hörnerv direkt ans Gehirn geleitet werden.

Bei dauerhaft erhöhter Angespanntheit werden entsprechend die Hintergrundgeräusche besser gehört als die Stimme des Gegenübers.

 

Was können wir mit der Anwendung des SSP erreichen?

Das SSP regt die Regulation des Nervensystems an und damit neue, adaptivere neuronale Verknüpfungen hin zu einem Gefühl der Sicherheit und leichterem Lernen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Traumatherapie. Wer sich sicher und stabil fühlt, beruhigt damit seinen physiologischen Zustand, also Herzschlag & Atmung, und kann sich so besser auf evtl. belastende therapeutische Themen einlassen oder auch Gefühle halten, die bis dato vermieden wurden. Aber auch in der sozialen Interaktion im Alltag gibt es Verbesserungen, der Gesichtsausdruck wird lebendiger, die eigene Sprache wird verständlicher, kohärenter und emotional ausdrucksstärker.

 

Für weitere Fragen oder Voranmeldung kontaktieren Sie mich gern!